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Dänisch

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Grammatische Kategorien, die viele Sprachen kennen — hier, wie sie in dieser Sprache aussehen.

  • Geschlecht
    i
    Gibt an, ob ein Nomen männlich, weiblich oder sächlich ist (der/die/das).

    z. B. hund (common)

  • Einzahl/Mehrzahl
    i
    Gibt an, ob es um eins (Einzahl) oder mehrere (Mehrzahl) geht.

    z. B. blomst (Mehrzahl) KI · ungeprüft

  • Zeitform
    i
    Die Zeitform des Verbs — wann etwas passiert (Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft).
  • Konjugationsklasse
    i
    Nach welchem Muster sich ein Verb beim Beugen verändert — regelmäßig (sagen → sagte) oder unregelmäßig (gehen → ging).

    z. B. lave (weak) KI · ungeprüft

  • Steigerung
    i
    Vergleichsstufe des Adjektivs: groß – größer – am größten.

    z. B. hurtig (Grundstufe (Positiv)) KI · ungeprüft

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Sprachprofil — im Detail

Phonologie

Das auffälligste Merkmal des Dänischen ist der stød (wörtlich „Stoß"). Das ist ein knarrend-glottaler Laut — eine Art kurzes Stocken oder Pressen der Stimme mitten in der betonten Silbe, vergleichbar mit dem kleinen Absatz, den man im Deutschen zwischen den beiden Teilen von „be-amten" hört. Im Dänischen ist der stød aber kein Beiwerk, sondern bedeutungsunterscheidend: Zwei Wörter können sich allein dadurch unterscheiden, ob sie diesen Stoßlaut tragen oder nicht. So heißt hund [hunˀ] mit stød „Hund", während das fast gleich klingende hun [hun] ohne stød „sie" bedeutet. Ebenso unterscheidet der stød bønder [ˈbønɐ] „Bauern" von bønner [ˈbønˀɐ] „Bohnen" sowie mor „Mutter" von mord „Mord". Solche Wortpaare, die sich nur in einem einzigen Laut unterscheiden, nennt man Minimalpaare.

Für das Erlernen und für die digitale Modellierung ist dabei eine Besonderheit zentral: Der stød wird in der Schrift überhaupt nicht angezeigt. Man sieht ihm einem geschriebenen Wort also nicht an — er muss gehört und gelernt werden. Innerhalb der Plattform ist der stød deshalb als sprachspezifisches Lokalfeld hinterlegt (eine JSONB-Erweiterung auf der Sprach-Ebene), weil das allgemeine Modell für „suprasegmentale" Merkmale (also Eigenschaften oberhalb des einzelnen Lauts, wie Ton oder Betonung) für diese Art von Stimmqualität noch keinen passenden Platz vorsieht.

Ein zweites prägendes Merkmal ist, dass die Aussprache stark von der Schreibung abweicht und schwer vorhersagbar ist. Dänisch gilt trotz lateinischer Schrift als „opak", also undurchsichtig: Viele Konsonanten werden abgeschwächt oder ganz verschluckt. Besonders auffällig ist das „weiche d" (dänisch blødt d, lautlich [ð]) — ein Laut, der eher an ein englisches stimmhaftes „th" als an ein deutsches „d" erinnert. Dazu werden Endkonsonanten häufig stumm: In hund spricht man das finale „d" gar nicht. Auch „g" und „h" können in bestimmten Stellungen verstummen oder verschmelzen. Diese starke Abschwächung (in der Fachsprache Lenierung) sowie die Reduktion unbetonter Vokale führen dazu, dass gesprochenes Dänisch deutlich anders klingt, als es geschrieben aussieht.

Hinzu kommt ein großes Vokalinventar. Dänisch nutzt unter anderem die Vokale a (in kat „Katze"), ɛ (in ven „Freund"), i (in ti „zehn"), o (in sol „Sonne"), u (in hus „Haus"), ø (in øl „Bier"), ɔ (geschrieben „å", in år „Jahr") sowie den unbetonten Murmellaut Schwa (ə, etwa in der Endung -e). Dabei spielt die Vokallänge eine bedeutungsunterscheidende Rolle: Ob ein Vokal kurz oder lang gesprochen wird, kann den Sinn verändern.

Bei den Konsonanten finden sich die Verschlusslaute p, b, t, d, k, ɡ, die Reibelaute f, v, s, h und das erwähnte weiche ð, die Nasale m, n, ŋ sowie auffällig viele Annäherungslaute (Approximanten): l, j, w und ein im Rachen gebildetes uvulares ʁ (das „hintere r"). Die Betonung ist im Dänischen bedeutungstragend und kennt eine Haupt- und eine Nebenbetonung.

Klicklaute, Töne (im Sinne von Tonsprachen), Ejektive, Implosive, Nasalvokale, Vokalharmonie und Konsonantenverdopplung kommen im Dänischen nicht vor. Auch Sandhi (regelhafte Lautveränderungen an Wortgrenzen) ist nicht verzeichnet.

Schriftsystem

Dänisch wird in lateinischer Schrift von links nach rechts geschrieben. Das Besondere am dänischen Alphabet ist, dass es drei eigene Buchstaben über das gewohnte lateinische Alphabet hinaus enthält: æ, ø und å. Sie sind keine mit Zeichen versehenen Varianten anderer Buchstaben, sondern vollwertige eigene Buchstaben und stehen am Ende des Alphabets — in genau dieser Reihenfolge: … x, y, z, æ, ø, å. Insgesamt umfasst das Alphabet 29 Buchstaben (die 26 Grundbuchstaben plus æ, ø, å). Auch bei der alphabetischen Sortierung werden æ, ø, å entsprechend ganz hinten einsortiert.

Weil æ, ø, å eigene Buchstaben sind, kennt das Dänische eigentlich keine Diakritika (keine festen Zeichen über oder unter Buchstaben). Die einzige Ausnahme ist ein optionaler Akut zur Betonung, der selten gesetzt wird, um gleich geschriebene Wörter zu unterscheiden — etwa én „ein(s)" gegenüber en (unbestimmter Artikel). Solche gleich geschriebenen Wörter nennt man Homographen; der Akut hilft hier, sie auseinanderzuhalten.

Charakteristisch ist außerdem die schon in H.3 beschriebene Lücke zwischen Schrift und Aussprache: Es gibt viele stumme oder abgeschwächte Konsonanten. So bleibt das „d" in der Endung -nd oder -ld stumm (etwa in hund oder guld „Gold"), und „g" und „h" werden vor „v" oder „j" oft nicht gesprochen (etwa in hvad „was" oder hjem „heim"). An Buchstabenkombinationen sind unter anderem die Konsonantenverbindungen ng und sj zu nennen.

Eine Eigenheit der Rechtschreibung: Anders als im Deutschen werden Substantive seit 1948 kleingeschrieben. Großgeschrieben werden nur der Satzanfang und Eigennamen (zuvor wurden, wie im Deutschen, alle Substantive großgeschrieben).

Beim Genitiv wird ein -s ohne Apostroph angehängt (etwa mors hus „Mutters Haus"); ein Apostroph erscheint nur bei Wörtern, die bereits auf s, x oder z enden. Als Anführungszeichen sind » «, „ und " gebräuchlich. Da Dänisch von links nach rechts läuft, treten keine besonderen Bidi-Anforderungen (gemischte Schreibrichtungen) auf; Fonts müssen lediglich æ, ø, å korrekt darstellen. Wegen der zusammenschreibenden (konjunktiven) Orthographie entspricht ein grammatisches Wort in aller Regel einem geschriebenen Wort — anders als bei Sprachen, die ein Wort über mehrere getrennt geschriebene Teile verteilen.

Morphologie

Das auffälligste Merkmal der dänischen Formenbildung ist, dass der bestimmte Artikel an das Substantiv angehängt wird — als Endung, nicht als eigenes Wort davor. Wo das Deutsche „der Hund" mit einem freien Artikel bildet, hängt das Dänische die Definitheit (also die Bestimmtheit) direkt ans Nomen: hund „Hund" wird zu hunden „der Hund", und hus „Haus" wird zu huset „das Haus". Welche Endung gewählt wird, hängt vom Genus ab: -en beim Utrum (Singular), -et beim Neutrum (Singular) und -ne im Plural (etwa hunde „Hunde" → hundene „die Hunde"). Weil dieser Artikel angehängt wird, steht zwischen ihm und dem Nomen kein Leerzeichen.

Eine Feinheit kommt hinzu, sobald ein vorangestelltes Adjektiv ins Spiel kommt: Dann tritt zusätzlich ein freier Artikel davor, und die Bestimmtheit wird gewissermaßen doppelt ausgedrückt (Doppeltdefinitheit): den store hund „der große Hund", det store hus „das große Haus".

Beim Genus kennt das Dänische zwei Geschlechter: das Utrum (gemeinsames Geschlecht, dänisch mit dem unbestimmten Artikel en markiert) und das Neutrum (et). Man spricht deshalb auch vom en/et-System. Der unbestimmte Artikel lautet en (Utrum) bzw. et (Neutrum).

Beim Plural gibt es mehrere Muster: am häufigsten -er, daneben -e (etwa hundhunde) und auch endungslose Pluralformen, bei denen sich das Wort nicht verändert (etwa hushus). Dazu gibt es unregelmäßige Formen mit Vokalwechsel, etwa mand „Mann" → mænd „Männer", barn „Kind" → børn „Kinder" oder and „Ente" → ænder „Enten". Einen ausgebauten Kasus (Fallsystem) hat das Dänische nicht; lediglich der Genitiv wird mit einem angehängten -s gebildet.

Eine bemerkenswerte Eigenschaft der Verben: Sie flektieren nicht nach Person und Zahl. Die Verbform bleibt unabhängig vom Subjekt gleich — jeg spiser „ich esse", du spiser „du isst", han spiser „er isst" verwenden alle dieselbe Form spiser. Das ist ein deutlicher Unterschied zum Deutschen und Niederländischen, wo sich das Verb mit dem Subjekt ändert. Veränderlich ist die Verbform vor allem nach der Zeit (Tempus). Der Infinitiv wird mit at gebildet (at spise „essen"), das Partizip lautet etwa spist „gegessen". Es gibt schwache und starke Konjugationen (Letztere mit Vokalwechsel) und schätzungsweise rund 120 unregelmäßige Verben. Für die vollendeten Zeiten (Perfekt) werden zwei Hilfsverben verwendet, ein Pendant zum deutschen „haben/sein": have (Form har) und være (Form er); für die Zukunft dient ville.

Bei den Pronomen werden Person, Genus, Numerus und Kasus unterschieden, etwa du „du" (Objektform dig) oder han/hun „er/sie" (Objektformen ham/hende). Eine höflichkeitsbezogene Anredeform (De) existiert, ist heute aber selten.

Die Wortbildung ist sehr produktiv, vor allem durch Zusammensetzung (Komposition), wobei der bedeutungstragende Kopf rechts steht — etwa barn „Kind" + have „Garten" → børnehave „Kindergarten". Auch Vor- und Nachsilben sind gebräuchlich: Vorsilben wie u-, be-, for- (etwa umulig „unmöglich", betale „bezahlen", forstå „verstehen") und Nachsilben wie -hed, -ning, -lig zur Bildung von Substantiven und Adjektiven (etwa frihed „Freiheit", regning „Rechnung", venlig „freundlich").

Syntax & Variation

Dänisch ist eine V2-Sprache: Im Aussagesatz steht das gebeugte Verb fest an zweiter Position — gleich nach dem ersten Satzglied, egal ob dieses das Subjekt oder etwas anderes ist. Ein wichtiger Unterschied zum Deutschen und Niederländischen zeigt sich aber im Nebensatz: Dort wandert das Verb nicht ans Ende. Was sich im Nebensatz verschiebt, ist die Stellung des Adverbs.

Fragen werden vor allem durch Umstellung (Inversion) gebildet, indem das Verb vor das Subjekt tritt (Kommer du? „Kommst du?"). Dazu kommen die Fragewörter, die im Dänischen auffällig oft mit hv- beginnen: hvem „wer", hvad „was", hvor „wo", hvornår „wann", hvorfor „warum". Auch bloße Betonung (Intonation) kann eine Frage anzeigen.

Adjektive stehen vor dem Substantiv, und das Dänische verwendet Präpositionen (Verhältniswörter vor dem Bezugswort), keine Postpositionen. Die Verneinung erfolgt mit ikke „nicht", das nach dem gebeugten Verb steht (nachgestellt). Das Subjekt muss gesetzt werden — Dänisch ist keine Sprache, die das Subjekt weglässt (kein Pro-Drop).

Zur Variation und zum Schulkontext: Innerhalb des DE-Tenants ist Dänisch als Herkunfts- und Fremdsprache relevant, insbesondere für die dänische Minderheit in Südschleswig (Deutschland). Als Bezugsnorm dient das Reichsdänische (rigsdansk); regionale Minderheitenvarietäten sind zu würdigen. Der stød ist dabei dänisch-spezifisch — die verwandten Sprachen Schwedisch und Norwegisch verwenden stattdessen einen musikalischen Tonakzent. Weitere Angaben zu Dialekten, Registern, Anapher, Tabu-Vokabular und Kontaktsprachen: [LÜCKE] / [WORKSHOP].

Wie diese Sprache gelernt wird

Didaktische Schwerpunkte — wie Lesen und Schreiben in dieser Sprache vermittelt werden.

Didaktische Prioritäten

[LÜCKE] / [WORKSHOP] — Pädagog:in + Workshop. Aus der Konkretion ableitbare Hinweise (zur Bestätigung durch den Pool): Lernkern sind stød (Minimalpaare wie hun/hund), stumme/ lenierte Konsonanten und der suffigierte bestimmte Artikel. Hinterlegte Lernhilfen: stød markieren, Artikel-Suffix hervorheben, Aussprache/IPA wegen der Opazität anzeigen.

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Steckbrief

ISO 639-3
dan
BCP 47
da-DK
Schrift
Latn
Schreibrichtung
links nach rechts
Modalität
Laut-/Schriftsprache

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