français

Französisch

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Grammatische Kategorien, die viele Sprachen kennen — hier, wie sie in dieser Sprache aussehen.

  • Geschlecht
    i
    Gibt an, ob ein Nomen männlich, weiblich oder sächlich ist (der/die/das).

    z. B. ami (männlich)

  • Einzahl/Mehrzahl
    i
    Gibt an, ob es um eins (Einzahl) oder mehrere (Mehrzahl) geht.

    z. B. ami (Einzahl)

  • Zeitform
    i
    Die Zeitform des Verbs — wann etwas passiert (Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft).

    z. B. courir (present) KI · ungeprüft

  • Person
    i
    Wer handelt — 1. (ich/wir), 2. (du/ihr) oder 3. Person (er/sie/es/sie).

    z. B. courir (1) KI · ungeprüft

  • Modus
    i
    Wie das Verb gemeint ist: als Tatsache (ich gehe), als Möglichkeit oder Wunsch (ich ginge) oder als Aufforderung (geh!).
  • Aspekt
    i
    Wie eine Handlung verläuft (z. B. abgeschlossen vs. andauernd).
  • Konjugationsklasse
    i
    Nach welchem Muster sich ein Verb beim Beugen verändert — regelmäßig (sagen → sagte) oder unregelmäßig (gehen → ging).

    z. B. finir (-ir (2)) KI · ungeprüft

  • Steigerung
    i
    Vergleichsstufe des Adjektivs: groß – größer – am größten.

    z. B. fort (Grundstufe (Positiv)) KI · ungeprüft

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Sprachprofil — im Detail

Phonologie

Das Auffälligste an der französischen Lautung sind die Nasalvokale — Vokale, die durch Mund und Nase zugleich gesprochen werden. Sie sind im Französischen bedeutungsunterscheidend (phonemisch): Der Unterschied zwischen einem nasalen und einem nicht-nasalen Vokal kann zwei verschiedene Wörter ergeben. Die Konkretion verzeichnet vier solcher Nasalvokale, geschrieben mit an/en wie in sans, mit in/ain wie in vin, mit on wie in bon und mit un wie in brun — wobei der letzte (in brun) in vielen Sprechweisen verschwindet.

Ebenso prägend sind die stummen Auslautkonsonanten: Viele Konsonanten am Wortende werden im Normalfall gar nicht gesprochen. Das Wort les klingt für sich genommen wie [le], das auslautende s bleibt stumm. Diese stummen Endkonsonanten sind zugleich die Grundlage für eine zweite Besonderheit (siehe Liaison weiter unten).

Französisch wird mit dem lateinischen Alphabet geschrieben und ist romanisch. Bei den Konsonanten fällt das hinten im Rachen gebildete uvulare R auf, lautschriftlich ʁ. Das Inventar umfasst die Verschlusslaute (Stopplaute, bei denen die Luft kurz blockiert wird) p, b, t, d, k, ɡ, die Reibelaute (Frikative, bei denen die Luft an einer Enge reibt) f, v, s, z, ʃ, ʒ, ʁ, die Nasale (durch die Nase gesprochenen Laute) m, n, ɲ, ŋ sowie die Annäherungslaute (Approximanten) l, j, ɥ, w — darunter zwei Gleitlaute, die in huit und oui hörbar sind. Verschluss-Reibe-Laute (Affrikaten) gibt es im Standard nicht.

Bei den Vokalen ist das System reich. Neben den nasalen Vokalen gibt es gerundete vordere Vokale, die dem Deutschen vertraut sind, etwa das y in tu (ein gerundetes i, wie deutsches ü), das ø in peu und das œ in peur. Hinzu kommt das Schwa ə wie in le, ein unbetonter Murmelvokal, der oft ausfällt. Einen Längenunterschied bei den Vokalen gibt es nicht, ebenso keinen Ton und keine Vokalharmonie. Echte Diphthonge (Gleitvokale innerhalb einer Silbe) führt die Konkretion nicht; die Gleitbewegungen werden über die Halbvokale j, ɥ und w realisiert.

Französisch hat keinen lexikalischen Wortakzent: Die Betonung liegt am Ende der Sprechgruppe (phrasenfinal) und unterscheidet keine Wörter. Das Schwa fällt häufig aus, etwa in semaine.

Eine Besonderheit an der Wortgrenze ist die Liaison (Bindung): Ein eigentlich stummer Auslautkonsonant wird wieder hörbar, wenn das nächste Wort mit einem Vokal beginnt — und er wird dann zur folgenden Silbe gezogen (Resyllabifizierung). So bleibt les für sich [le], aber in les amis klingt es [le-z-ami]: Das stumme s wird als z hörbar. Eng damit verwandt sind die Elision (Vokaltilgung vor einem Vokal, etwa lel') und das Enchaînement (das Verbinden über Wortgrenzen hinweg). Wichtig dabei: Die Lautform hängt hier nicht vom Wort allein ab, sondern vom Kontext — eine Eigenheit, die die Konkretion eigens als strukturellen Befund (SF-F1) festhält und genauer in H.6 und H.11 beschreibt.

Für die einzelnen Vokal-Beispielwörter benennt die Konkretion zwar Stichwörter, eine abgesicherte Quelle dafür liegt aber noch nicht durchgehend vor: `[QUELLE]`.

Schriftsystem

Das Auffälligste am Schriftbild ist die undurchsichtige (opake) Beziehung zwischen Schrift und Laut: Man kann einem geschriebenen Wort oft nicht sicher ansehen, wie es klingt, und einem gehörten Wort nicht, wie es geschrieben wird. Das hat zwei Ursachen, die in der Konkretion ausdrücklich genannt werden: viele stumme Buchstaben und viele verschiedene Schreibungen für denselben Laut. So wird der Laut /o/ je nach Wort als o, au oder eau geschrieben — drei Schreibweisen, ein Laut. In dieser Hinsicht verhält sich Französisch ähnlich wie das Englische und gilt deshalb im Projekt als zweiter „opaker" Fall nach dem Englischen (Folgen für die Lesedidaktik siehe H.7).

Eine zweite, für deutschsprachige Lernende sofort sichtbare Eigenheit: Französisch schreibt Substantive klein. Auch Sprachen- und Nationalitätsbezeichnungen sowie Wochentage werden kleingeschrieben — etwa le français oder lundi. Großgeschrieben werden nur Satzanfänge und Eigennamen. Das ist ein deutlicher Kontrast zum Deutschen und auch zum Englischen.

Französisch verwendet die lateinische Schrift (`Latn`) als Alphabet, von links nach rechts geschrieben (`ltr`), mit dem lateinischen Grundalphabet aus 26 Buchstaben: a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z. Es gibt kein Bidi-Verhalten und keine kontextabhängigen Buchstabenformen.

Hinzu kommen Diakritika, also Zusatzzeichen an Buchstaben. Die Konkretion nennt: Akut é, Gravis è, à, ù, Zirkumflex ê, â, î, ô, û, Trema (Diärese) ë, ï, ü, die Cédille ç sowie die Ligaturen œ und æ. Diese Zeichen haben keine eigenen Alphabetplätze. Sie erfüllen zwei Aufgaben: Sie zeigen die Vokalqualität an, und sie unterscheiden gleich geschriebene Wörter (Homographen) — etwa ou gegenüber , a gegenüber à und sur gegenüber sûr. In Großbuchstaben werden die Akzente teils weggelassen (was umstritten ist). Mehrfach übereinandergesetzte Diakritika gibt es nicht.

Häufige Buchstabenkombinationen sind die Konsonanten-Digraphen (Zweier-Buchstabengruppen für einen Laut) ch, gn, ph, qu, ss und das „mouillierte" (erweichte) ll, sowie zahlreiche Vokal-Digraphen wie ai, ei, au, eau, eu, ou, oi, ui; hinzu kommt der Trigraph (Dreier-Gruppe) eau für /o/. Typische stumme Schreibungen sind das stumme h (etwa in homme und heure), die stummen Auslautkonsonanten (etwa in petit und grand, das Plural-s sowie das -ent der 3. Person Plural) und das stumme End-e (etwa in porte).

Die Rechtschreibung ist konjunktiv: Der morphologische Wortbegriff deckt sich mit dem orthographischen Wort, eine Trennung an Leerzeichen greift also grundsätzlich. Eine wichtige Ausnahme betrifft die Elision: Vor einem Vokal verschmelzen kleine Wörter mit einem Apostroph mit dem folgenden Wort, etwa l'ami, j'ai oder qu'il. Dieser Elisions-Apostroph ist kein Genitiv-Apostroph wie im Englischen, sondern markiert einen getilgten Vokal. Zu beachten ist außerdem: Die Liaison verändert zwar die Lautung über die Wortgrenze hinweg, ist aber kein Tokenisierungsproblem, sondern ein reines Aussprache-Phänomen — geschrieben bleiben die Wörter getrennt.

Sortiert wird alphabetisch, wobei die Akzente nachrangig (sekundär) behandelt werden und die Ligatur œ wie oe einsortiert wird. Bei der Zeichensetzung werden für wörtliche Rede die Guillemets « und » verwendet (mit schmalem Leerraum). Ein lexikalischer Wortakzent oder Ton wird orthographisch nicht markiert.

Morphologie

Der morphologische Typ ist fusional (verschmelzend): Eine einzige Endung trägt oft mehrere grammatische Informationen zugleich. Das prägendste Merkmal aus deutscher Sicht ist das grammatische Geschlecht (Genus) mit nur zwei Werten — Maskulinum und Femininum; ein Neutrum gibt es nicht. Substantive verlangen einen Artikel, und Geschlecht und Zahl bestimmen die Form von Artikel, Adjektiv, Pronomen und Partizip mit (Kongruenz).

Eine Besonderheit, die eng mit der opaken Orthographie zusammenhängt: Die Kongruenz ist häufig nur in der Schrift sichtbar, nicht im Klang. Das feminine Signal -e und das Plural-s sind oft stumm. So sind ami (‚Freund') und amie (‚Freundin') lautgleich [ami] — das Geschlecht erkennt man nur am geschriebenen -e. In anderen Fällen ist der Unterschied dagegen hörbar, etwa bei petit / petite oder grand [ɡʁɑ̃] / grande [ɡʁɑ̃d]. Für die Lesedidaktik ist dieser Unterschied zwischen „nur orthographisch" und „auch lautlich" zentral.

Die wichtigsten Eckpunkte der Formenbeugung:

  • Substantive kennen keinen Kasus (keine Fälle), aber Genus und Numerus. Der Plural wird regelmäßig mit -s gebildet, das aber meist stumm ist: chat / chats klingen beide [ʃa]. Hörbar wird der Plural oft erst am Artikel oder über die Liaison, etwa in les chats. Es gibt unregelmäßige Plurale wie chevalchevaux, œilyeux und travailtravaux. Es gibt einen bestimmten Artikel (le/la/les, vor Vokal l'), einen unbestimmten (un/une/des) und einen Teilungsartikel (Partitiv) (du/de la/des).
  • Pronomen beugen sich nach Form (Kasus), Geschlecht und Zahl: etwa je/me/moi sowie il/le/lui (er/ihn/ihm) gegenüber elle/la (sie/sie). In der 3. Person gibt es im Plural eigene Formen für Maskulinum und Femininum (ils/elles).
  • Eine Höflichkeitsunterscheidung liegt im Pronomen: vertrautes tu gegenüber höflichem vous (ähnlich dem deutschen du / Sie). Das höfliche vous verlangt die Verbform der 2. Person Plural und dient zugleich als echter Plural.
  • Verben sind reich flektiert: Sie verändern sich nach Zeit, Aspekt, Modus, Person und Zahl und richten sich nach dem Subjekt. Es gibt drei Konjugationsgruppen — auf -er (z. B. parler), auf -ir (z. B. finir) und auf -re/unregelmäßig (z. B. vendre) — und sehr viele unregelmäßige Verben (die Konkretion schätzt rund 350; darunter être, avoir, aller, faire). Die zusammengesetzten Zeiten werden mit den Hilfsverben avoir und être gebildet; bei être (Bewegungs- und reflexive Verben) kommt eine Partizipkongruenz hinzu. Ein wiederkehrender Stolperstein: Viele Verbformen sind lautlich gleich (homophon) und nur in der Schrift unterschieden — etwa parle, parles und parlent, alle [paʁl].

Bei der Wortbildung ist die Ableitung (Derivation) produktiv: typische Vorsilben sind in-/im-/dé-/re-/anti- (etwa impossible, défaire, refaire), typische Nachsilben -tion/-ment/-eur/-able/-ité (etwa nation, rapidement, chanteur, aimable, liberté). Adverbien werden regelmäßig aus der femininen Adjektivform plus -ment gebildet: lentlentelentement. Zusammensetzungen (Komposita) entstehen häufig mit einer Präposition, vor allem mit de (Nomen + de + Nomen), etwa pomme de terre (‚Kartoffel', wörtlich ‚Apfel der Erde') oder chemin de fer (‚Eisenbahn'). Eine Verdopplung von Wörtern (Reduplikation) ist nicht produktiv.

Syntax & Variation

Die Grundwortstellung ist Subjekt–Verb–Objekt (SVO), und das Subjektpronomen ist obligatorisch — es kann nicht weggelassen werden (kein Pro-Drop, anders als etwa im Italienischen oder Spanischen). Eine Topic-Comment-Struktur gibt es nicht. Drei Eigenheiten verdienen besondere Beachtung.

Erstens die Adjektivstellung — und dass die Position die Bedeutung tragen kann. Im Regelfall steht das Adjektiv nach dem Substantiv, etwa une voiture rouge oder un livre intéressant. Eine kleine Gruppe kurzer, häufiger Adjektive steht dagegen vor dem Substantiv (darunter grand, petit, bon, mauvais, jeune, vieux, beau, nouveau, gros). Bei einigen Adjektiven ändert die Stellung sogar die Bedeutung — die Konkretion verzeichnet das als eigenen strukturellen Befund (SF-F3):

  • un grand homme (vorangestellt) bedeutet ‚ein bedeutender Mann', un homme grand (nachgestellt) dagegen ‚ein großgewachsener Mann'.
  • un ancien château bedeutet ‚ein ehemaliges Schloss', un château ancien ‚ein altes Schloss'.
  • mon propre livre bedeutet ‚mein eigenes Buch', un livre propre ‚ein sauberes Buch'.

Zweitens die umklammernde Verneinung. Französisch verneint mit zwei Wörtern, die das Verb einklammern: ne steht vor dem Verb, pas dahinter — etwa in Ce n'est pas grand. Vor einem Vokal wird ne zu n' verkürzt. Die Konkretion hält fest, dass dieses Muster strukturgleich zur doppelten Verneinung des Afrikaans (nie … nie) ist und damit das im Datenmodell vorgesehene Modell für diskontinuierliche (mehrteilige) Verneinung bestätigt (SF-F2; Einzelheiten in H.11). In der Umgangssprache fällt das ne oft weg (etwa je sais pas), dann verneint allein pas. Nach demselben Klammer-Muster funktionieren weitere Verneinungen, etwa ne … jamais (nie), ne … rien (nichts), ne … personne (niemand), ne … plus (nicht mehr) und das einschränkende ne … que (nur).

Drittens Fragen. Fragen entstehen auf mehreren Wegen: durch Umstellung von Verb und Subjekt (Inversion), etwa Viens-tu ?; durch die vorangestellte Wendung est-ce que mit anschließender normaler Wortstellung; oder allein durch steigende Betonung (Intonation). Dazu treten die Fragewörter qui, que, , quand, pourquoi und comment.

Französisch nutzt Präpositionen (Verhältniswörter vor dem Bezugswort).

Zur Variation: Französisch wird hier als monozentrische Sprache geführt; die v0.13-Mechanik zur Varietäten-Umschaltung (U26) trifft auf sie nicht zu. Die frankophonen Standardvarietäten (Frankreich, Belgien, Schweiz, Québec und die afrikanische Frankophonie) gelten als gleichwertige Aussprache- und Registervarianten innerhalb von `fra`, nicht als Cluster. Voreingestellt im DE-Tenant ist das Standardfranzösische (Frankreich); regionale Aussprache (zum Beispiel Québec) soll dokumentiert werden, ohne die Standardvarietät als alleinige Norm zu setzen. Eine Höflichkeitsunterscheidung liegt im Pronomen (tu / vous, siehe H.5). Weitere Angaben zu Dialekten, Registern, Anaphern und Tabu-Vokabular liegen in der Konkretion nicht vor: `[LÜCKE]`. Auch belegte Kontaktsprachen sind nicht ausgeführt: `[LÜCKE]`.

Wie diese Sprache gelernt wird

Didaktische Schwerpunkte — wie Lesen und Schreiben in dieser Sprache vermittelt werden.

Didaktische Prioritäten

Aus der Konkretion belegt: Standard-Lernalgorithmus ist SM-2 (alternativ Leitner). Pro Wortform werden u. a. letzte Begegnung, Häufigkeit der Begegnung, Beherrschungsgrad, nächstes Fälligkeitsdatum, beobachtete Schwierigkeit und Fehlermuster verfolgt; pro morphologischer Regel sind Liaison-Kontext, das Dekodieren stummer Buchstaben, die bedeutungstragende Adjektivstellung, die Genuskongruenz und die Verb-Konjugationsgruppe als Lernziele hinterlegt. Aggregiert wird auf Lemma-Ebene. Als didaktische Schwerpunkte nennt die Konkretion die stummen Buchstaben, Liaison und Elision sowie die lautlich homophonen, nur orthographisch unterschiedenen Flexionsformen. Vokabellern-Methode im engeren Sinn, Kollokationen/Chunks, Inklusionsaspekte und Audio-Prioritäten sind nicht eigens ausgeführt: `[WORKSHOP]`.

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Steckbrief

ISO 639-3
fra
BCP 47
fr-FR
Schrift
Latn
Schreibrichtung
links nach rechts
Modalität
Laut-/Schriftsprache

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