Thimbukushu
Mbukushu
Noch in Vorbereitung — von der Sprachgemeinschaft zu befüllen
Gemeinsam mit anderen Sprachen
Grammatische Kategorien, die viele Sprachen kennen — hier, wie sie in dieser Sprache aussehen.
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Einzahl/Mehrzahl
i
Gibt an, ob es um eins (Einzahl) oder mehrere (Mehrzahl) geht. -
Zeitform
i
Die Zeitform des Verbs — wann etwas passiert (Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft). -
Aspekt
i
Wie eine Handlung verläuft (z. B. abgeschlossen vs. andauernd). -
Steigerung
i
Vergleichsstufe des Adjektivs: groß – größer – am größten.
Das Besondere an dieser Sprache
Was diese Sprache von anderen unterscheidet.
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Nominalklasse
i
Manche Sprachen sortieren Hauptwörter in Gruppen (z. B. Menschen, Tiere, Dinge) — ähnlich wie der/die/das im Deutschen, nur mit mehr Gruppen, erkennbar an einer Vorsilbe am Wort. -
Wortbau
i
Wörter werden aus klar abtrennbaren Bausteinen aneinandergereiht — je ein Baustein, eine Information.
Nominalklassen
Manche Sprachen sortieren Hauptwörter in Gruppen (z. B. Menschen, Tiere, Dinge) — ähnlich wie der/die/das im Deutschen, nur mit mehr Gruppen, erkennbar an einer Vorsilbe am Wort.
Wie die Klassen funktionieren
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Klasse [QUELLE]
noch zu erfassen
Sprachprofil — im Detail
Phonologie
Das Auffälligste an Thimbukushu ist, dass die Sprache zwei ganz verschiedene Lautwelten in sich vereint: Sie ist eine Bantu-Sprache, hat aber zusätzlich Klicklaute — Schnalzlaute, die sonst vor allem aus den Khoe-Sprachen des südlichen Afrika bekannt sind. Diese Klicks sind in Thimbukushu nicht „ursprünglich“, sondern durch jahrhundertelangen Sprachkontakt mit benachbarten Khoe-Sprachen in die Sprache gekommen (in der Fachsprache: areal entlehnt). Unter den Kavango-Bantu-Sprachen hat Thimbukushu das am stärksten ausgeprägte Klick-Inventar.
Wichtig — und in der Konkretion eigens als Strukturbefund festgehalten — ist, dass die Klicks und das Klassensystem (siehe H.5) zwei unabhängige Achsen sind: Die Klicks gehören zur Lautebene, die Nominalklassen zur Grammatik. Ein Wort mit Klicklaut wird ganz normal nach seiner grammatischen Klasse gebeugt; der Klick spielt dabei keine Sonderrolle. Beide „Bauteile“ greifen also nebeneinander, ohne sich gegenseitig zu stören.
Welche Klicks Thimbukushu genau hat, ist hier noch nicht belegt und muss fachlich gesichert werden. Die Konkretion vermerkt lediglich, dass es mehrere Klick-Orte gibt (etwa dental, alveolar, lateral) und dass Klicks mit verschiedenen Begleitungen auftreten können (zum Beispiel stimmhaft, nasal oder behaucht). Das genaue Lautinventar — welche Klicks, welche Begleitungen — ist offen. `[QUELLE]` (UNAM/Möhlig) · `[LÜCKE]`
Ein zweites prägendes Merkmal ist der Ton: Thimbukushu ist eine Tonsprache, wie für Kavango-Bantu typisch. Das bedeutet, dass die Tonhöhe, mit der eine Silbe gesprochen wird, zur Wortbedeutung beitragen kann — zwei Wörter können gleich aus Lauten bestehen und sich allein durch den Ton unterscheiden. Die genauen Töne sind noch zu erfassen. `[QUELLE]`
Was die Konkretion verneint oder als nicht zutreffend markiert: Es gibt keine Vokalharmonie (anders als etwa im Türkischen) und keine Konsonantenverdopplung. Ob es Nasalvokale, eine bedeutungsunterscheidende Vokallänge oder Implosive (eingesogene Verschlusslaute) gibt, ist offen und nicht entschieden. Die Wortbetonung trägt keine bedeutungsunterscheidende Funktion. `[LÜCKE]`
Schriftsystem
Thimbukushu wird mit dem lateinischen Alphabet von links nach rechts geschrieben und hat eine eigene Thimbukushu-Rechtschreibung. Die Schrift ist alphabetisch, und das morphologische Wort entspricht dem orthographischen Wort: Was grammatisch zusammengehört, wird auch zusammengeschrieben (konjunktive Schreibung). Anders als bei manchen anderen Bantu-Sprachen der Region zerfällt ein grammatisches Wort hier also nicht in mehrere getrennt geschriebene Bausteine.
Die eigentliche Besonderheit der Schrift ist die Notation der Klicklaute: Weil die Klicks zum Lautbestand gehören (siehe H.3), braucht die Schrift eigene Zeichen oder Buchstabenkombinationen dafür. Wie diese Klick-Schreibung in Thimbukushu konkret aussieht, ist in der Konkretion ausdrücklich offen und gilt als gemeinschaftsspezifisch zu klärende Frage — denkbar sind Buchstaben-Basen oder besondere Schnalz-Zeichen, festgelegt ist nichts. Genau diese Notation soll fachlich und muttersprachlich gesichert werden. `[LÜCKE]` · `[QUELLE]` (UNAM/Möhlig)
Der Ton wird im Alltagsschriftbild normalerweise nicht mitgeschrieben; in didaktischen Zusammenhängen kann er sichtbar gemacht werden, wenn sonst Verwechslungen drohen. Die genaue Tonschreibung ist noch festzulegen. `[QUELLE]`
Bei der Groß-/Kleinschreibung gelten die üblichen lateinischen Regeln: Satzanfänge und Eigennamen werden großgeschrieben, gewöhnliche Substantive nicht. Umfang des Alphabets, die genaue Buchstabenliste, etwaige besondere Buchstabenkombinationen und die Sortierreihenfolge sind noch nicht erfasst. `[LÜCKE]` · `[QUELLE]`
Morphologie
Thimbukushu ist eine agglutinierende Bantu-Sprache: Grammatische Information wird vor allem durch angefügte Bausteine (Vor- und Nachsilben) ausgedrückt. Das prägende Merkmal ist das Nominalklassen-System, das für Bantu-Sprachen typisch ist. Man darf sich das nicht als ein „erweitertes Geschlecht“ vorstellen: Es geht nicht um männlich/weiblich/sächlich, sondern um eine größere Zahl von Klassen, in die Substantive einsortiert sind. Jede Klasse hat ihr eigenes Vorsilben-Zeichen (ein Klassenpräfix) am Substantiv.
Das Entscheidende an diesen Klassen ist die Konkordanz (Übereinstimmung): Die Klasse eines Substantivs „strahlt aus“ auf die anderen Wörter im Satz, die sich darauf beziehen — Verben und Eigenschaftswörter nehmen passende Zeichen an, die zur Klasse des Substantivs gehören. Der ganze Satz wird so von der Klasse des Hauptworts durchzogen. Welche Klassen Thimbukushu genau unterscheidet, ist hier teils aus dem nahe verwandten Kwangali (`kwn`) übernommen und muss noch eigenständig belegt werden. `[QUELLE]`
Bei den Substantiven gibt es Einzahl und Mehrzahl, und der Wechsel von Einzahl zu Mehrzahl geschieht typischerweise über einen Wechsel des Klassenpräfixes — also nicht über eine Endung wie im Deutschen, sondern über das Vorsilben-Zeichen vorne am Wort. Es gibt kein grammatisches Geschlecht, keine Kasusbeugung und keinen Artikel: Ob ein Wort bestimmt oder unbestimmt gemeint ist, wird nicht durch ein eigenes Artikelwort angezeigt; die Klassenmarkierung am Substantiv übernimmt diese Rolle (das Substantiv ist „artikellos“). `[QUELLE]`
Der in der Konkretion eigens hervorgehobene Punkt: Die Klassen-Beugung gilt auch für Wörter mit Klicklaut. Ein Stamm, der einen Klick enthält, wird genauso normal in seine Klasse eingeordnet und mit Klassenpräfix und Konkordanz versehen wie jedes andere Wort. Lautebene (Klick) und Grammatikebene (Klasse) arbeiten unabhängig nebeneinander.
Bei den Verben wird am Verb angezeigt, in welcher Zeit und Aspektart etwas geschieht und zu welcher Klasse das Subjekt gehört (das Verb richtet sich also nach dem Subjekt). An den Verbstamm können zusätzlich Erweiterungen (sogenannte Bantu-Extensionen) angehängt werden, die die Bedeutung verändern — etwa die Beteiligten am Geschehen verschieben. Welche Extensionen es genau gibt und wie die Verbformen konkret aussehen, ist noch zu erfassen. `[QUELLE]`
Syntax & Variation
Im Satzbau folgt Thimbukushu der Reihenfolge Subjekt – Verb – Objekt — das Verb steht also, anders als im Deutschen Nebensatz, in der Mitte. Verhältniswörter stehen vor dem Bezugswort (Thimbukushu hat Präpositionen), und Eigenschaftswörter stehen nach dem Substantiv, auf das sie sich beziehen.
Eine Besonderheit ist, dass das Subjektpronomen oft weggelassen werden kann: Weil das Verb über die Konkordanz (siehe H.5) bereits anzeigt, um wen oder was es geht, muss das Pronomen nicht eigens genannt werden. Die Markierung am Verb übernimmt dann die Arbeit des Pronomens.
Wie Fragen und wie die Verneinung im Einzelnen gebildet werden, ist in der Konkretion noch nicht belegt; vermerkt ist lediglich, dass die Verneinung am Verb ansetzt. `[QUELLE]`
Thimbukushu ist eine monozentrische Sprache: Es gibt einen Schrift-Standard (Thimbukushu mit eigener Orthographie inklusive Klick-Notation), und ein pluralistisches Mehrfach-Standard-System (wie etwa bei deutschsprachigen Varietäten) ist hier nicht einschlägig. Relevant ist hingegen, dass Thimbukushu grenzüberschreitend gesprochen wird — im Okavango-Delta über Namibia hinaus auch in Botswana und Angola. Wie sich Varietäten und Orthographien über diese Grenzen hinweg zueinander verhalten, ist eine ausdrücklich offene Frage. `[WORKSHOP]`
Politisch sensibel ist die gleichwertige Sichtbarkeit der Kavango-Sprachen: Mbukushu soll neben den anderen Kavango-Sprachen sichtbar und anerkannt sein; die Würdigung der Klicklaute gehört ausdrücklich dazu. Konkrete Einordnungen behandelt der Reviewer-Pool. `[WORKSHOP]`
Wie diese Sprache gelernt wird
Didaktische Schwerpunkte — wie Lesen und Schreiben in dieser Sprache vermittelt werden.
Didaktische Prioritäten
- Kern-Lerngegenstände: Nominalklassen mit Konkordanz (Klassensequenz) und Klick-Phonologie — zwei getrennt unterrichtbare Achsen.
- Mehrwort-Bausteine: unterstützter Typ `fixed_phrase` (feste Wendung); konkrete Einträge noch keine. `[LÜCKE]`
- Beobachtete Fehlermuster (Tracking-Ziele): pro morphologischer Regel werden `noun_class_concord` (Klassen-Konkordanz) und `click_phoneme` (Klick-Laut) verfolgt.
- Audio-Priorität: Audio ist Primärmedium; eigene Aufnahmen zwingend (Klicks + Ton), kein TTS. Metadaten u. a. Sprecher-ID, Sprecher-Varietät, Aufnahmedatum, Lizenz, dokumentierte Einwilligung.
- Aggregationsebene des Lernstands: Lemma (nicht Einzelform).
- Inklusionsaspekte, weitere Übungsmodi: `[LÜCKE]` / `[WORKSHOP]`
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