دری

Dari

76 Wörter

  • RTL

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Grammatische Kategorien, die viele Sprachen kennen — hier, wie sie in dieser Sprache aussehen.

  • Einzahl/Mehrzahl
    i
    Gibt an, ob es um eins (Einzahl) oder mehrere (Mehrzahl) geht.

    z. B. شیر (Einzahl)

  • Zeitform
    i
    Die Zeitform des Verbs — wann etwas passiert (Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft).
  • Person
    i
    Wer handelt — 1. (ich/wir), 2. (du/ihr) oder 3. Person (er/sie/es/sie).
  • Modus
    i
    Wie das Verb gemeint ist: als Tatsache (ich gehe), als Möglichkeit oder Wunsch (ich ginge) oder als Aufforderung (geh!).
  • Aspekt
    i
    Wie eine Handlung verläuft (z. B. abgeschlossen vs. andauernd).
  • Konjugationsklasse
    i
    Nach welchem Muster sich ein Verb beim Beugen verändert — regelmäßig (sagen → sagte) oder unregelmäßig (gehen → ging).
  • Steigerung
    i
    Vergleichsstufe des Adjektivs: groß – größer – am größten.

    z. B. تیز (Grundstufe (Positiv)) KI · ungeprüft

Etwas ergänzen oder korrigieren

Das Besondere an dieser Sprache

Was diese Sprache von anderen unterscheidet.

  • Konsonantenschrift
    i
    Eine Schrift, die vor allem Konsonanten schreibt; die Vokale werden oft mitgedacht.
  • Wortbau
    i
    Wörter werden aus klar abtrennbaren Bausteinen aneinandergereiht — je ein Baustein, eine Information.

Eine Besonderheit vorschlagen

Sprachprofil — im Detail

Phonologie

Das Wichtigste zuerst: Dari ist die Cluster-Schwester des Persischen. Fast die gesamte Lautlehre ist mit dem (iranischen) Persisch identisch und wird in der Konkretion ausdrücklich von dort geerbt (`inherit_from_cluster_head: fas`). Eigenständig — also wirklich anders als im iranischen Persisch — ist Dari fast nur in einem Punkt, und genau dieser Punkt ist hier das Herzstück.

Dieser Unterschied betrifft die sogenannten majhul-Vokale. Dari bewahrt zwei lange Vokale, die im iranischen Persisch verschwunden (mit anderen Vokalen zusammengefallen) sind: ein langes ē ([eː]) und ein langes ō ([oː]). Im iranischen Persisch ist ē mit i und ō mit u zusammengefallen; in Dari bleiben sie getrennt hörbar. Das erzeugt ein Minimalpaar, das man im Unterricht direkt vorführen kann: شیر heißt im Dari einmal šēr ([ʃeːr], „Löwe“) und einmal šīr ([ʃiːr], „Milch“) — zwei verschiedene Wörter, die man am Vokal auseinanderhält. Im iranischen Persisch klingen beide gleich (šir), sind also lautgleich (homophon). Wichtig dabei: geschrieben wird in beiden Sprachen dasselbe; der Unterschied ist rein ein Hör- und Sprech-Unterschied, kein Schreib-Unterschied.

Eine zweite, kleinere Nuance betrifft den Vokal â: Im iranischen Persisch ist er stärker gerundet ([ɒ]), in Dari etwas offener ([ɑ]). Das ist eine feine Aussprachenuance, kein Bedeutungsunterschied.

Sonst gilt das Bild des Persischen: Dari kennt keine Töne, keine Klicklaute und keine Nasalvokale. Es gibt eine Vokallängen-Unterscheidung (kurze gegen lange Vokale) und eine Konsonantenverdoppelung (Gemination). Eine Vokalharmonie wie im Türkischen gibt es nicht. Die Wortbetonung verändert die Bedeutung nicht (sie ist nicht phonemisch). Eine Besonderheit der Schrift, die fürs Hören wichtig ist: Die Kurzvokale werden nicht geschrieben — sie sind beim Lesen mitzudenken (siehe H.4).

Schriftsystem

Auch hier zuerst das Verbindende: Das Schriftsystem ist identisch zum Persischen und wird von dort geerbt (`inherit_from_cluster_head: fas`). Anders als beim Tadschikischen, das mit kyrillischer Schrift geschrieben wird, gibt es bei Dari keinen Schrift-Unterschied zum Persischen.

Dari wird mit der perso-arabischen Schrift (`Arab`) geschrieben, und zwar von rechts nach links (RTL). Das ist die auffälligste Eigenschaft für Lernende, die lateinische Schrift gewohnt sind. Das Alphabet umfasst 32 Buchstaben. Die Schrift ist ein Abjad: Sie notiert vor allem die Konsonanten und die langen Vokale; die kurzen Vokale bleiben im normalen Schriftbild ungeschrieben und werden beim Lesen aus dem Zusammenhang ergänzt. Wer kurze Vokale sichtbar machen will (etwa in Lehrtexten), nutzt Vokalzeichen (Harakāt) — kleine Zeichen über oder unter dem Buchstaben. Diese Zeichen sind optional und im Alltagstext meist nicht gesetzt; gebraucht werden sie dort, wo sonst Mehrdeutigkeit entstünde. Ein weiteres diakritisches Zeichen ist das tašdid, das eine Konsonantenverdoppelung anzeigt.

Eine technische Besonderheit der arabischen Schrift, die auch für Dari gilt: Die meisten Buchstaben ändern ihre Form je nach Position im Wort (am Anfang, in der Mitte, am Ende oder allein stehend). Es gibt also nicht eine feste Buchstabengestalt, sondern kontextabhängige Formen.

Bei der Zusammen- und Getrenntschreibung ist die Schrift überwiegend zusammenschreibend (`conjunctive`): Das morphologische Wort fällt meist mit dem geschriebenen Wort zusammen. An einigen Stellen werden Anhängsel jedoch durch einen unsichtbaren Trenner abgesetzt — den ZWNJ (zero-width non-joiner), genau wie im Persischen. Das betrifft Such- und Anzeigetechnik: Ein solcher Trenner ist kein Leerzeichen, aber auch keine direkte Verbindung.

Eine Groß-/Kleinschreibung kennt die Schrift nicht — es gibt also keine Großbuchstaben am Satzanfang oder bei Eigennamen. Bei der Zeichensetzung werden teils eigene Zeichen verwendet: das arabische Komma ، und die Anführungszeichen « und »; der Satzpunkt ist der gewohnte Punkt. Zahlen stehen in persischer Schreibung, werden aber innerhalb des RTL-Textes von links nach rechts gelesen (in der Konkretion vermerkt als `digit_direction: rtl_with_ltr_numbers`). Für die Anzeige heißt das: Die zweiseitige Schreibrichtung (Bidi) muss überall korrekt behandelt werden, wo dieser Text erscheint; Diakritika und Schrift dürfen in keinem Pfad still verändert werden (Hard Rule 2).

Morphologie

Auch der Wortbau ist vollständig aus dem Persischen projiziert (`inherit_from_cluster_head: fas`) — Dari erbt hier alles, was Persisch hat; eine eigene morphologische Besonderheit gibt es nicht. Das ist das Herzstück dieses Abschnitts: Wo immer es um Formenbildung geht, gilt „wie Persisch“, und nur die Aussprache (die majhul-Vokale aus H.3) und einzelne Wörter weichen ab.

Beim Substantiv gibt es Einzahl und Mehrzahl. Die Mehrzahl bildet die Endung ها (-hā) bzw. ان (-ān), genau wie im Persischen — etwa کتاب‌ها (ketāb-hā, „Bücher“). Ob die eine oder andere Pluralendung gewählt wird, hängt unter anderem davon ab, ob das Bezeichnete belebt oder unbelebt ist. Es gibt kein grammatisches Geschlecht (kein Genus) und keine Kasus-Beugung am Substantiv. Einen bestimmten Artikel gibt es nicht; Unbestimmtheit kann durch ein angehängtes ی (-i) ausgedrückt werden. Beim Zählen werden Zähleinheiten (Klassifikatoren) gebraucht — die Struktur ist „Zahl + Zähleinheit + Substantiv“, mit Wörtern wie تا (), دانه (dāna) oder نفر (nafar) — alles wie im Persischen.

Die Pronomen sind ebenfalls geschlechtslos: Ein Wort wie او (u/ū) steht zugleich für „er“ und „sie“. Es gibt eine Höflichkeitsabstufung (vertraulich gegenüber respektvoll), in Dari-Aussprache tu gegenüber šumā. Wie im Persischen kann das Subjektpronomen oft weggelassen werden (siehe H.6).

Beim Verb zeigt sich die persische Grundstruktur am deutlichsten: Jedes Verb hat zwei Stämme, einen Präsensstamm und einen Vergangenheits-(Präterital-)stamm. Die Konkretion nennt als Beispiel raw- (Präsensstamm) gegenüber raft- (Präteritalstamm). Aus diesen Stämmen werden mit Endungen und Vorsilben die Personen, Zeiten, Aspekte und Modi gebildet. Der Aspekt wird über Vorsilben ausgedrückt — mi-, be- und die Verneinung na- — wie im Persischen. Die Verneinung ist die Vorsilbe na-/ne- am Verb. Als Hilfsverben dienen بودن (budan, „sein“) und داشتن (dāštan, „haben“). Die Konkretion schätzt die Zahl unregelmäßiger Verben auf etwa 200.

Ein wichtiges Verknüpfungsmittel ist die Ezāfe. Das ist ein kleines, angehängtes Verbindungsstück -e/-ye, das ein Substantiv mit dem verbindet, was es näher bestimmt — also mit einem Eigenschaftswort oder einem Besitzer. Die Ezāfe wird gesprochen, aber im Normalfall nicht eigens geschrieben (`linker_written: false`); sie verbindet vor allem Attribut und Besitz. Auch die Ezāfe ist identisch zum Persischen und von dort projiziert. Bei der Wortbildung sind sogenannte Funktionsverb-Gefüge sehr produktiv, etwa کار کردن (kâr kardan, wörtlich „Arbeit machen“) — ebenfalls wie im Persischen.

Syntax & Variation

Im Satzbau folgt Dari der Reihenfolge Subjekt – Objekt – Verb (SOV); das Verb steht also am Ende — wie im Persischen und anders als im Deutschen oder Englischen. Eigenschaftswörter stehen nach dem Substantiv (nachgestellt), nicht davor; verbunden werden sie über die Ezāfe (siehe H.5). Verhältniswörter stehen — anders als bei der nachgestellten Bauweise des Türkischen — vor dem Substantiv (es sind also Präpositionen).

Eine Besonderheit ist das Objekt-Anzeigewort را (): Es markiert ein bestimmtes direktes Objekt. In der gesprochenen Dari-Umgangssprache erscheint es oft als ra oder verkürzt als -a — ein hörbarer Unterschied zur Schriftsprache.

Fragen werden wie im Persischen gebildet: durch Betonung (Intonation), durch das einleitende آیا (āyā) oder durch Fragewörter. Verneint wird über die Verb-Vorsilbe na-/ne- (siehe H.5). Wie im Persischen kann das Subjektpronomen weggelassen werden (pro_drop): Weil die Endung am Verb die Person schon anzeigt, muss „ich“, „du“, „wir“ nicht eigens genannt werden.

Zur Variation: Dari ist eine diglossische Sprache — es gibt eine formelle Hochform („formelles Dari“) neben der gesprochenen Umgangssprache („umgangssprachliches Dari“, Kabuli). Die Plattform-Standardvarietät ist das Kabuli-Dari (`standard_prs_kabuli`). Die Abweichungen gegenüber dem iranischen Persisch sind dabei lautlich (die majhul-Vokale aus H.3) und lexikalisch: Dari verwendet teils regionales und aus dem Paschtu entlehntes Wortgut sowie teils ältere Wörter. Strukturell weicht Dari dagegen nicht ab (Hauptbefund SF-PRS1, siehe H.11). Pluricentric-Umschaltung im Sinne der Plattform (`variety_selection`, U24–U26) betrifft diese monozentrische Sprache nicht.

Politisch sensibel und vom Reviewer-Pool gesondert zu behandeln ist vor allem die Gleichwertigkeit von Dari und (iranischem) Persisch: Dari darf nicht als „Dialekt“ des iranischen Persisch dargestellt werden, sondern ist ein gleichwertiger Standard (in der Konkretion als `fas_prs_gleichwertig` vermerkt; eigener geschriebener Standard im Cluster, eigene Audios). Konkrete weitere Einordnungen: `[WORKSHOP]`

Wie diese Sprache gelernt wird

Didaktische Schwerpunkte — wie Lesen und Schreiben in dieser Sprache vermittelt werden.

Didaktische Prioritäten

  • Kern-Lerngegenstände: majhul-Vokale (ē/ō hören und sprechen) als die zentrale Dari-Divergenz; im Übrigen die persische Basis (Kurzvokale, Positionsformen, Ezāfe, ZWNJ).
  • Mehrwort-Bausteine: Funktionsverb-Gefüge wie کار کردن (kâr kardan) und Ezāfe-Verbindungen (in der Konkretion als unterstützte Mehrwort-Typen `light_verb_construction` und `ezafe_construction` geführt; konkrete Einträge noch leer).
  • Beobachtete Fehlermuster (Tracking-Ziele): majhul-Vokal-Unterscheidung (`majhul_vowel_distinction`) als eigener trackbarer Regel-Punkt; übrige Fehlermuster wie Persisch.
  • Audio-Priorität: Audio ist Primärmedium; Metadaten verlangen u. a. Sprecher-Identität, Sprecher-Varietät, Aufnahmedatum, Lizenz und dokumentierte Einwilligung. Dari-Aufnahmen (Kabuli) sind eigenständig zu erstellen, damit die majhul-Vokale hörbar sind.
  • Aggregationsebene des Lernstands: Lemma (`aggregation_unit: lemma`), nicht Einzelform.
  • Inklusionsaspekte, weitere Übungsmodi: `[LÜCKE]` / `[WORKSHOP]`

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Steckbrief

ISO 639-3
prs
BCP 47
prs-AF
Schrift
Arab
Schreibrichtung
rechts nach links
Modalität
Laut-/Schriftsprache

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