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Spanisch

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Grammatische Kategorien, die viele Sprachen kennen — hier, wie sie in dieser Sprache aussehen.

  • Geschlecht
    i
    Gibt an, ob ein Nomen männlich, weiblich oder sächlich ist (der/die/das).

    z. B. cisne (männlich) KI · ungeprüft

  • Einzahl/Mehrzahl
    i
    Gibt an, ob es um eins (Einzahl) oder mehrere (Mehrzahl) geht.

    z. B. cisne (Mehrzahl) KI · ungeprüft

  • Zeitform
    i
    Die Zeitform des Verbs — wann etwas passiert (Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft).

    z. B. correr (present) KI · ungeprüft

  • Person
    i
    Wer handelt — 1. (ich/wir), 2. (du/ihr) oder 3. Person (er/sie/es/sie).

    z. B. correr (1) KI · ungeprüft

  • Modus
    i
    Wie das Verb gemeint ist: als Tatsache (ich gehe), als Möglichkeit oder Wunsch (ich ginge) oder als Aufforderung (geh!).
  • Aspekt
    i
    Wie eine Handlung verläuft (z. B. abgeschlossen vs. andauernd).
  • Konjugationsklasse
    i
    Nach welchem Muster sich ein Verb beim Beugen verändert — regelmäßig (sagen → sagte) oder unregelmäßig (gehen → ging).

    z. B. hablar (-ar (1)) KI · ungeprüft

  • Steigerung
    i
    Vergleichsstufe des Adjektivs: groß – größer – am größten.

    z. B. fuerte (Grundstufe (Positiv)) KI · ungeprüft

Etwas ergänzen oder korrigieren

Das Besondere an dieser Sprache

Was diese Sprache von anderen unterscheidet.

  • Teils gespeichert, teils erzeugt
    i
    Eine Mischung: manche Formen sind hinterlegt, andere werden nach Regeln erzeugt.

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Sprachprofil — im Detail

Phonologie

Das angenehm Übersichtliche am Spanischen ist sein kleines Vokalsystem: Es kennt nur fünf reine Vokalea (wie in casa), e (mesa), i (vino), o (todo) und u (luna). Diese Vokale sind stabil: Sie werden nicht abgeschwächt oder verschluckt, egal ob sie betont sind oder nicht. Das macht das Spanische lautlich sehr berechenbar und für Lernende leicht zugänglich. Daneben gibt es einige Zwielaute (Diphthonge), bei denen zwei Vokale in einer Silbe zusammengleiten, etwa ie in tiene, ue in bueno und ai in aire.

Die wichtigste Eigenheit der spanischen Aussprache ist der bedeutungsunterscheidende Wortakzent: Wo die Betonung im Wort liegt, kann zwei sonst gleich geschriebene Wörter zu zwei verschiedenen Wörtern machen. Das berühmte Beispiel der Konkretion ist das Trio término (Begriff), termino (ich beende) und terminó (er/sie beendete) — drei Wörter, die sich allein durch die betonte Silbe (und das gesetzte Akzentzeichen) unterscheiden. Die Betonung folgt dabei einer Grundregel und ist weitgehend vorhersehbar; das Akzentzeichen (siehe H.4) markiert nur die Ausnahmen.

Bei den Konsonanten gibt es zwei kindgerecht hörbare Merkmale. Erstens den Laut hinter dem Buchstaben ñ — ein „nj"-artiger Nasal, lautschriftlich ɲ, wie in año. Zweitens den Unterschied zwischen dem gerollten rr (ein Roll-R, lautschriftlich r) und dem kurz angeschlagenen einfachen r (ein Schlag-R, ɾ). Eine kleine Lautregel am Rande: Die Laute hinter b, d und g werden zwischen Vokalen „weicher" gesprochen (lautschriftlich β, ð, ɣ).

Spanisch kennt keine Töne, keine Klicklaute, keine Nasalvokale, keine Vokallängen- Unterscheidung und keine Vokalharmonie. Hier zeigt sich auch der bekannteste Aussprache-Unterschied zwischen den Großräumen: In der spanischen Standardaussprache (kastilisch, distinción) gibt es einen eigenen „th"-artigen Reibelaut θ für z und c (vor e/i), während dieser Laut in lateinamerikanischen Varietäten mit dem s-Laut zusammenfällt (seseo): Dort klingen caza und casa gleich. Welcher Laut „richtig" ist, hängt also von der Varietät ab und ist keine Frage von richtig oder falsch (siehe H.6).

Schriftsystem

Spanisch wird mit dem lateinischen Alphabet von links nach rechts geschrieben, und seine Rechtschreibung ist sehr transparent (lauttreu): Man liest im Wesentlichen so, wie es dasteht. Die Zuordnung von Buchstabe zu Laut ist hochregelhaft, das Lesen ist daher gut berechenbar. Die kleineren Stolpersteine liegen weniger beim Lesen als beim Schreiben — dazu gleich mehr.

Das Alphabet hat 27 Buchstaben: die 26 lateinischen Grundbuchstaben plus den eigenen Buchstaben ñ. Wichtig: ñ ist ein eigener Buchstabe, keine bloße Verzierung über dem n, und steht in der Sortierung an eigener Stelle — nämlich nach dem n. (Die früheren Sonderbuchstaben ch und ll gelten seit 2010 nicht mehr als eigene Alphabetbuchstaben.)

Eine sofort sichtbare Besonderheit sind die umgekehrten (öffnenden) Satzzeichen: Eine Frage beginnt mit einem auf dem Kopf stehenden Fragezeichen ¿ und endet mit dem gewohnten ?; ein Ausruf beginnt mit ¡ und endet mit ! — etwa in ¿Cómo estás? und ¡Hola!. Das öffnende Zeichen kündigt schon am Satzanfang an, dass eine Frage oder ein Ausruf folgt.

Die spanischen Zusatzzeichen (Diakritika) sind sparsam und haben klare Aufgaben. Der Akzent (tilde diacrítica, ´) sitzt auf dem betonten Vokal und markiert nur die Ausnahmen von der Betonungsregel — er ist Teil der Rechtschreibung und gehört aufs Wort, etwa in término. Dieser Akzent unterscheidet außerdem gleich geschriebene Wörter (Homographen), etwa (du) gegenüber tu (dein), él (er) gegenüber el (der) und (ja) gegenüber si (wenn). Daneben gibt es die Tilde auf dem ñ und das Trema auf dem ü, das in den Buchstabenfolgen güe und güi anzeigt, dass das u mitgesprochen wird. Diese Akzentzeichen, das ñ und das ü dürfen in keinem Pfad still entfernt oder „begradigt" werden (Hard Rule 2) — sonst entsteht aus einem Wort ein anderes.

Wo die transparente Schrift dann doch Tücken hat, ist beim Schreiben: Mehrere verschiedene Buchstaben können für denselben Laut stehen. Das betrifft vor allem b gegen v (gleich klingend), c/z/s in den seseo-Varietäten (siehe H.3), j gegen g (vor e/i) sowie das stumme h (es wird geschrieben, aber nicht gesprochen, etwa in hola und hay). Auch das u in que, qui, gue, gui bleibt stumm (außer eben im güe/güi mit Trema).

Bei der Groß-/Kleinschreibung gibt es einen Unterschied zum Deutschen: Substantive werden kleingeschrieben; großgeschrieben werden nur Satzanfänge und Eigennamen. Sprachen, Nationalitäten, Wochentage und Monate schreibt man — anders als im Deutschen — klein, etwa el español, lunes (Montag) und enero (Januar). Einen Apostroph kennt das Spanische nicht (anders als Französisch oder Italienisch gibt es keine Elision).

Morphologie

Spanisch ist eine fusionale (verschmelzende) Sprache: Eine einzige Endung trägt oft mehrere grammatische Informationen zugleich. Aus deutscher Sicht prägt das Spanische vor allem das grammatische Geschlecht (Genus) mit zwei Werten — Maskulinum und Femininum; ein Neutrum gibt es nicht. Substantive verlangen einen Artikel, und Geschlecht und Zahl bestimmen die Form von Artikel, Adjektiv, Pronomen und Begleiter mit (Kongruenz). Anders als im Französischen ist diese Kongruenz im Spanischen meist hörbar: rojo (rot, mask.) gegenüber roja (rot, fem.) klingt unterschiedlich.

Die wichtigsten Eckpunkte der Formenbeugung:

- Substantive kennen keinen Kasus (keine Fälle), aber Genus und Numerus. Der Plural wird regelmäßig gebildet: -s nach Vokal (casacasas), -es nach Konsonant (florflores); ein z am Wortende wird dabei zu c (lápizlápices). Es gibt einen bestimmten Artikel (el/la/los/las) und einen unbestimmten (un/una/unos/unas). Eine Besonderheit ist das „personale a": Steht eine Person als direktes Objekt, tritt ein a davor — veo a María (ich sehe María). - Pronomen beugen sich nach Form (Kasus), Geschlecht und Zahl, etwa yo/me/ sowie él/lo/le. - Eine Höflichkeitsunterscheidung liegt im Pronomen: vertrautes gegenüber höflichem usted (ähnlich dem deutschen du / Sie). Das höfliche usted verlangt — wie das deutsche Sie — die Verbform der 3. Person. Regional tritt zusätzlich vos auf (etwa am Río de la Plata). - Verben sind reich flektiert: Sie verändern sich nach Zeit, Aspekt, Modus, Person und Zahl und richten sich nach dem Subjekt. Es gibt drei Konjugationsgruppen — auf -ar (hablar), auf -er (comer) und auf -ir (vivir) — und sehr viele unregelmäßige Verben (die Konkretion schätzt rund 300). Häufig ist dabei der Stammwechsel: Der Vokal im Wortstamm verändert sich, etwa pensarpienso (e→ie), poderpuedo (o→ue) und pedirpido (e→i). Eine eigene Verbform, der Subjuntivo, ist im Spanischen produktiv und häufig (etwa que sea, ojalá venga). Die zusammengesetzten Zeiten bildet man mit dem Hilfsverb haber (Perfekt: he hablado), die Verlaufsform mit estar (estoy hablando).

Eine Besonderheit, die das Spanische vom Deutschen abhebt: Ein einziges deutsches Wort — „sein" — entspricht im Spanischen zwei verschiedenen Verben, ser und estar. ser steht für das Inhärente, Bleibende, die Identität (soy alemán – ich bin Deutscher; es médico – er ist Arzt), estar für Zustand, Ort und Ergebnis (estoy cansado – ich bin müde; está en casa – er ist zu Hause). Die Wahl trägt sogar Bedeutung: es aburrido heißt „er ist langweilig" (Eigenschaft), está aburrido heißt „er ist gelangweilt" (Zustand). Dieser ser/estar-Unterschied ist einer der bekanntesten Lern-Knackpunkte (siehe H.10).

Bei der Wortbildung ist die Ableitung produktiv: typische Vorsilben sind in-/des-/re- (etwa imposible, deshacer, rehacer), typische Nachsilben -ción/-dad/-mente/-oso/-ito (etwa nación, libertad, rápidamente, hermoso, casita). Adverbien entstehen regelmäßig aus der femininen Adjektivform plus -mente: rápidarápidamente. Eine Verkleinerung (Diminutiv) mit -ito/-illo ist häufig und oft affektiv gefärbt. Zusammensetzungen sind möglich, etwa abrelatas (Dosenöffner, aus abre + latas) und lavavajillas (Geschirrspüler).

Syntax & Variation

Die Grundwortstellung ist Subjekt–Verb–Objekt (SVO). Eine wichtige Eigenheit ist, dass das Subjektpronomen oft weggelassen wird: Weil die Verbendung die Person bereits anzeigt, muss man „ich", „du", „wir" nicht eigens nennen (sogenannter Pro-Drop). Hierin unterscheidet sich Spanisch übrigens vom Französischen, wo das Subjektpronomen stehen bleiben muss. Spanisch nutzt Präpositionen (Verhältniswörter vor dem Bezugswort).

Besondere Beachtung verdient die Adjektivstellung — und dass die Position die Bedeutung tragen kann. Im Regelfall steht das Adjektiv nach dem Substantiv, etwa la casa roja (das rote Haus) oder un libro interesante (ein interessantes Buch). Eine kleine Gruppe häufiger Adjektive steht dagegen vor dem Substantiv. Bei einigen davon ändert die Stellung sogar die Bedeutung — die Konkretion verzeichnet das als eigenen strukturellen Befund (SF-S1, der den französischen Befund SF-F3 bestätigt):

- un gran hombre (vorangestellt) bedeutet ‚ein bedeutender Mann', un hombre grande (nachgestellt) dagegen ‚ein großgewachsener Mann'. - un viejo amigo bedeutet ‚ein langjähriger Freund', un amigo viejo ‚ein alter Freund'. - un pobre hombre bedeutet ‚ein bedauernswerter Mann', un hombre pobre ‚ein armer/mittelloser Mann'.

Mit der vorangestellten Stellung hängt die Apokope zusammen: Einige Adjektive verlieren vor einem männlichen Substantiv im Singular ihre Endung — grande wird zu gran, bueno zu buen, primero zu primer (etwa un buen libro). Im Plural bleibt die volle Form (grandes hombres).

Verneint wird einfach und einteilig mit no vor dem Verb — das ist ein Kontrast zum Französischen, das mit zwei Wörtern umklammert. Zusätzlich gibt es im Spanischen die Negationskonkordanz: Ein zweites Verneinungswort darf hinter dem Verb stehen, ohne die Verneinung aufzuheben, etwa no vi a nadie (ich habe niemanden gesehen) oder no … nunca (nie). Steht das Verneinungswort vor dem Verb, entfällt das no (Nadie vino – niemand kam).

Fragen entstehen vor allem durch die Betonung zusammen mit den umgekehrten Satzzeichen ¿? (siehe H.4), alternativ durch Umstellung von Verb und Subjekt; dazu treten die Fragewörter qué (was), quién (wer), dónde (wo), cuándo (wann), por qué (warum) und cómo (wie), die in der Frage einen Akzent tragen.

Zur Variation: Spanisch wird hier als monozentrische Sprache geführt — die v0.13-Mechanik zur Varietäten-Umschaltung (U26) trifft auf sie nicht zu. Die panhispanischen Varietäten (España / América) gelten als gleichwertig; voreingestellt im DE-Tenant ist das Standardspanische (kastilisch, distinción), regionale Aussprache soll dokumentiert werden, ohne sie zur alleinigen Norm zu setzen. Politisch sensibel ist eben diese Gleichwertigkeit von España und América vermerkt (auch im Wortschatz, etwa coche gegenüber carro für „Auto"). Konkrete Einordnungen zu Dialekten, Registern, Anaphern und Tabu-Vokabular liegen in der Konkretion nicht vor: `[LÜCKE]`. Belegte Kontaktsprachen sind nicht ausgeführt: `[LÜCKE]`.

Wie diese Sprache gelernt wird

Didaktische Schwerpunkte — wie Lesen und Schreiben in dieser Sprache vermittelt werden.

Didaktische Prioritäten

  • Kern-Lerngegenstände: Wortakzent-/Tilde-Regeln; ser/estar-Wahl; bedeutungstragende Adjektivstellung; Genuskongruenz; Stammwechsel im Verb.
  • Chunks/Mehrwort-Bausteine: die Verlaufsform estar + gerundio als Baustein (z. B. estoy hablando – ich bin am Sprechen), gebildet mit estar (nicht ser).
  • Beobachtete Fehlermuster (Tracking-Ziele): Akzentregel, ser/estar-Wahl, Bedeutung der Adjektivstellung, Genuskongruenz, Stammwechsel (in der Konkretion als verfolgbare morphologische Regeln hinterlegt).
  • Lernalgorithmus: SM-2 als Default (alternativ Leitner); pro Wortform u. a. letzte Begegnung, Häufigkeit, Beherrschungsgrad, Fälligkeit, beobachtete Schwierigkeit und Fehlermuster.
  • Aggregationsebene des Lernstands: Lemma (nicht Einzelform).
  • Audio-Priorität: Audio ist Primärmedium; die Sprecher-Varietät (peninsular vs. americano: seseo) ist als Metadatum zu kennzeichnen.
  • Vokabellern-Methode im engeren Sinn, weitere Kollokationen/Chunks, Inklusionsaspekte: `[LÜCKE]` / `[WORKSHOP]`.

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Steckbrief

ISO 639-3
spa
BCP 47
es-ES
Schrift
Latn
Schreibrichtung
links nach rechts
Modalität
Laut-/Schriftsprache

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