اردو

Urdu

78 Wörter

  • RTL

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Gemeinsam mit anderen Sprachen

Grammatische Kategorien, die viele Sprachen kennen — hier, wie sie in dieser Sprache aussehen.

  • Geschlecht
    i
    Gibt an, ob ein Nomen männlich, weiblich oder sächlich ist (der/die/das).

    z. B. کرنا (männlich)

  • Einzahl/Mehrzahl
    i
    Gibt an, ob es um eins (Einzahl) oder mehrere (Mehrzahl) geht.

    z. B. بھیڑ (Mehrzahl) KI · ungeprüft

  • Fall
    i
    Zeigt die Rolle des Nomens im Satz — gefragt mit Wer? Wessen? Wem? Wen?
  • Zeitform
    i
    Die Zeitform des Verbs — wann etwas passiert (Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft).
  • Person
    i
    Wer handelt — 1. (ich/wir), 2. (du/ihr) oder 3. Person (er/sie/es/sie).

    z. B. آپ / تم / تو (2)

  • Modus
    i
    Wie das Verb gemeint ist: als Tatsache (ich gehe), als Möglichkeit oder Wunsch (ich ginge) oder als Aufforderung (geh!).
  • Aspekt
    i
    Wie eine Handlung verläuft (z. B. abgeschlossen vs. andauernd).

    z. B. کرنا (imperfective)

  • Steigerung
    i
    Vergleichsstufe des Adjektivs: groß – größer – am größten.

Etwas ergänzen oder korrigieren

Das Besondere an dieser Sprache

Was diese Sprache von anderen unterscheidet.

  • Konsonantenschrift
    i
    Eine Schrift, die vor allem Konsonanten schreibt; die Vokale werden oft mitgedacht.
  • Teils gespeichert, teils erzeugt
    i
    Eine Mischung: manche Formen sind hinterlegt, andere werden nach Regeln erzeugt.

Eine Besonderheit vorschlagen

Sprachprofil — im Detail

Phonologie

Das auffälligste lautliche Merkmal des Urdu sind zwei Konsonantenreihen, die es im Deutschen so nicht gibt und die zusammen den Klang der Sprache prägen. Die erste sind die retroflexen Laute: Sie werden gebildet, indem die Zungenspitze nach hinten an den Gaumen gebogen wird. Neben den „normalen“ (dentalen) Lauten und gibt es so zusätzlich die zurückgebogenen ʈ und ɖ sowie ein retroflexes ɳ und einen retroflexen Flap ɽ. Die zweite Reihe ist die Aspiration: Zu vielen Konsonanten gibt es ein behauchtes Gegenstück, das mit einem hörbaren Hauch gesprochen wird — etwa p gegenüber dem behauchten , b gegenüber oder k gegenüber . Ob ein Laut behaucht ist oder nicht, kann die Wortbedeutung verändern; die Aspiration verdoppelt damit gewissermaßen die ganze Reihe der Verschlusslaute (in der Konkretion vermerkt als `has_retroflex_series` und `has_aspiration_contrast`).

Bei den Vokalen unterscheidet Urdu kurze und lange Vokale (Längenunterschied), und es kennt Nasalvokale: Vokale, die durch die Nase mitklingen. Diese Nasalierung ist bedeutungstragend und wird in der Schrift eigens markiert (durch das nūn-ghunna ں, siehe H.4). Das Inventar reicht von kurzem ə und langem über ɪ / und ʊ / bis zu den Zwielauten ɛː und ɔː; die konkreten Beispielwörter dazu sind in der Quelle noch offen, `[QUELLE]`.

Was Urdu nicht hat, ist hier ebenso aufschlussreich: keine Töne, keine Klicklaute, keine Ejektive, keine Implosive und keine Vokalharmonie. Auch der Wortakzent ist nicht bedeutungsunterscheidend — er folgt weitgehend regelhaft aus dem Silbengewicht. Anders als etwa im Russischen oder Paschto gibt es im Urdu also kein Minimalpaar-Problem, bei dem allein die Betonung zwei Wörter trennt; deshalb braucht das Profil auch keine eigene Betonungsschicht in der Schrift (siehe H.4).

Schriftsystem

Urdu wird von rechts nach links geschrieben (RTL) in einer erweiterten perso-arabischen Schrift — und das im Nastaliq-Stil, der das Schriftbild besonders macht. Nastaliq ist ein stark kalligrafischer, diagonal nach unten laufender Duktus: Die Buchstaben eines Wortes sitzen nicht auf einer geraden Linie, sondern staffeln sich schräg übereinander, mit zahlreichen kontextabhängigen Ligaturen. Damit ist Nastaliq mehr als eine reine Schreibrichtung — es ist eine eigene Rendering-Anforderung, die über bloßes RTL hinausgeht (in der Konkretion ausdrücklich als `rendering_hints`-Hinweis vermerkt). Hinzu kommt: Sobald in einem Beispielsatz die Urdu-Schrift mit lateinischer Umschrift oder mit Ziffern gemischt wird, entsteht bidirektionaler Text — Ziffern laufen dann innerhalb des rechtsläufigen Textes von links nach rechts, und auch Bedienoberflächen werden gespiegelt. Damit gemischte Inhalte korrekt erscheinen, ist durchgängiges Bidi-Handling nötig.

Die Schrift ist ein Abjad, also eine Konsonantenschrift: Geschrieben werden in erster Linie die Konsonanten und die langen Vokale; die kurzen Vokale werden in Alltagstexten gewöhnlich weggelassen und nur bei Bedarf durch optionale Hilfszeichen angezeigt — die ḥarakāt (zabar, zer, pesh). Das Alphabet umfasst rund 39 Grundbuchstaben: die perso-arabische Basis plus eigene Urdu-Buchstaben. Zu den Urdu-eigenen Mitteln gehören die retroflexen Buchstaben ٹ, ڈ und ڑ (markiert durch ein kleines hochgestelltes ṭoy), das do-chashmi he ھ, mit dem die behauchten Laute als Digraphen geschrieben werden (etwa بھ, پھ, تھ), das nūn-ghunna ں für die Nasalierung und das baṛī ye ے. Wie in der arabischen Schrift hat jeder Buchstabe kontextuelle Formen, je nachdem ob er allein steht oder am Anfang, in der Mitte oder am Ende eines Wortes verbunden ist, und einige Buchstaben verbinden nicht nach links; diese Formen sind der eigentliche Lerngegenstand des Schrifterwerbs (siehe H.7).

Hier liegt der für das Urdu zentrale Punkt — und die wichtigste Konsequenz für die Suche: Weil die kurzen Vokale in der normalen Schrift fehlen, ist eine unvokalisierte Schreibung oft mehrdeutig. Eine Suche nach einer unvokalisierten Form darf deshalb nicht auf ein einziges Ergebnis zwingen, sondern muss mehrere Kandidaten zurückgeben und sinnvoll bewerten. Die Vokalisierung ist damit zugleich eine eigene didaktische Schicht (für Lernende ein- und ausblendbar) und eine Disambiguierungsaufgabe für die Suche.

Urdu kennt keine Groß- und Kleinschreibung — weder am Satzanfang noch bei Nomen oder Eigennamen. Bei der Zeichensetzung dient als Satzende der eigene Urdu-Punkt ۔; für Teilsätze gibt es ein eigenes Komma ، und Semikolon ؛. Ein grammatischer Wortteil entspricht in der Schreibung genau einem Schriftwort (zusammenschreibende Orthographie) — es ist also keine disjunktive Tokenisierung wie bei Setswana oder Lozi nötig. Die Sortierreihenfolge folgt einer eigenen, traditionsgebundenen Urdu-Ordnung; ihre konkrete Festlegung ist `[WORKSHOP]`.

Morphologie

Trotz der arabischen Schrift ist Urdu morphologisch kein Wurzel-und-Muster-System wie das Arabische, sondern eine fusionierende indoarische Sprache: Grammatische Information wird durch Endungen und Stammwechsel ausgedrückt, nicht durch das Einweben von Konsonantenwurzeln in feste Schemata. Schrift und Morphologie sind hier ausdrücklich entkoppelt (in der Konkretion als zentraler Beleg geführt: `root_and_pattern` bleibt inaktiv). Sichtbar wird das an den arabisch-persischen Lehnpluralen, die nicht produktiv nach Muster gebildet, sondern als fertige Einzelformen gespeichert werden — etwa kitābkutub („Buch“ → „Bücher“). Grundlegend für den ganzen Satzbau ist außerdem, dass viele grammatische Beziehungen nicht durch Endungen am Wort, sondern durch Postpositionen angezeigt werden — kleine Wörter, die hinter dem Substantiv stehen (siehe H.6).

Das morphologisch Auffälligste am Urdu sind zwei Dinge zugleich: seine Höflichkeitsstufen mit eigener Verbkongruenz und seine gespaltene Ergativität.

Erstens die Höflichkeit (Honorifik) als eigene grammatische Größe. Urdu unterscheidet bei der Anrede der zweiten Person drei Stufen, die nicht nur die Wortwahl, sondern die Grammatik betreffen: تو (, intim — für enge Vertraute, Kinder, Gott), تم (tum, vertraut) und آپ (āp, respektvoll). Das respektvolle آپ verlangt sogar ein Verb im Plural, auch wenn nur eine einzige Person gemeint ist — etwa آپ کرتے ہیں (āp karte haĩ). Die Kongruenz richtet sich hier also nach der Höflichkeitsstufe, nicht nach der tatsächlichen Personenzahl. Höflichkeit ist im Urdu damit keine bloße Stilfrage, sondern in die Formenbildung eingebaut (in der Konkretion als Übereinstimmungs-Dimension `honorificity` geführt; diese Plural-bei-Singular-Regel ist als Struktur-Finding SF-U2 vermerkt).

Zweitens die Ergativkonstruktion. Urdu folgt nicht durchgängig dem aus dem Deutschen gewohnten Muster, bei dem das handelnde Subjekt immer gleich markiert ist. Es liegt vielmehr ein gespaltenes (split) System vor, und der Auslöser ist hier der Aspekt (nicht das Tempus). Im Perfektiv (bei abgeschlossenen Handlungen) wird das handelnde Subjekt eines transitiven Verbs mit dem Ergativ-Klitikon نے (ne) markiert, und das Verb richtet sich dann nicht nach dem Subjekt, sondern nach dem Objekt. Wichtig ist die Einschränkung: Nur transitive Perfektivsätze kippen so; intransitive Sätze bleiben subjekt-kongruent. (Genau hier liegt ein lehrreicher Kontrast zum Paschto: Dort löst das Tempus den Wechsel aus, im Urdu der Aspekt — die Konkretion führt das als Beleg, dass dieser Parameter wirklich zwischen Tempus und Aspekt unterscheiden muss.)

Bei den Substantiven gibt es Einzahl und Mehrzahl. Urdu besitzt ein grammatisches Geschlecht (Genus) mit zwei Werten, maskulin und feminin; ein Neutrum gibt es nicht. Wie im Hindi kennt Urdu nur eine kleine Zahl eigentlicher Fälle am Substantiv — direkt, obliquus und Vokativ —, wobei vor einer Postposition der Obliquus-Stamm steht. Die feineren Kasusbeziehungen werden stattdessen analytisch durch nachgestellte Postpositionen ausgedrückt, etwa نے (ne), کو (ko), سے (se), میں (meṉ), پر (par) oder کا (). Einen Artikel — bestimmt oder unbestimmt — kennt Urdu nicht. Die Personalpronomen selbst sind übrigens genus-neutral; das Geschlecht zeigt sich am Verb und am Adjektiv, nicht am Pronomen.

Beim Verb gibt es eine Grundform (Stamm, z. B. کر kar „tun“) und einen Infinitiv (کرنا karnā); aus diesen werden die finiten Formen nach Tempus, Aspekt, Modus, Person, Genus, Numerus und Höflichkeit gebildet. Als Hilfsverb dient unter anderem ہونا (honā, „sein“). Eine Eigenheit sind die Kausativketten: Aus einem Grundverb lassen sich gestufte Veranlassungsformen ableiten — eine erste Stufe „machen lassen“ (mit -ā-) und eine zweite Stufe „durch jemanden machen lassen“ (mit -vā-), das genaue Belegbeispiel der Kette ist in der Quelle noch offen `[QUELLE]`. In der Wortbildung sind besonders die Funktionsverbgefüge produktiv: ein Substantiv plus ein „leichtes“ Verb wie کرنا (karnā, „tun“) oder ہونا (honā, „sein/werden“) — etwa انتظار کرنا (intazār karnā, „warten“, wörtlich „Warten tun“). Auf diese Weise werden vor allem Lehnnomina ins Verbsystem eingebunden, statt eigene Verben abzuleiten.

Syntax & Variation

Im Satzbau folgt Urdu der Reihenfolge Subjekt – Objekt – Verb, das Verb steht also am Ende — anders als im Deutschen oder Englischen. Dazu passt, dass Verhältnisangaben nachgestellt werden: Wo das Deutsche ein Verhältniswort vor das Substantiv setzt, hängt Urdu eine Postposition hinter das Wort, und diese Postposition verlangt den Obliquus (siehe H.5). Eigenschaftswörter dagegen stehen vor dem Substantiv.

Fragen werden auf zwei Wegen gebildet. Für Ja/Nein-Fragen gibt es ein eigenes Fragewort کیا (kyā) am Satzanfang; daneben stehen die W-Wörter wie کون (kaun, „wer“), کیا (kyā, „was“) oder کہاں (kahāṉ, „wo“). Auch über die Satzmelodie (Intonation) kann eine Frage gekennzeichnet werden.

Verneint wird mit einem eigenen Wort vor dem Verb: نہیں (nahīṉ) im Standard, نہ (na) sowie مت (mat) für das Verbot (Prohibitiv). Wie im Hindi oder Türkischen kann außerdem das Subjektpronomen wegfallen (Pro-Drop): Weil die Verbform Person und Zahl bereits anzeigt, muss „ich“, „du“ oder „wir“ nicht eigens genannt werden.

Bei der Variation ist Urdu eine monozentrische Sprache: Es gibt einen Standard, und die pluralistischen Mechanismen für mehrere gleichberechtigte Standardvarianten (wie bei Deutsch oder Norwegisch) betreffen Urdu laut Konkretion nicht. Die wichtigste Variationsfrage liegt nicht zwischen Regionen, sondern zwischen Registern: Ein stark persisch- und arabischhaltiges, gehobenes Register (mit Mitteln wie der persischen Ezafe-Verknüpfung) steht der alltäglichen Umgangssprache gegenüber. Eine echte Diglossie wie im Arabischen liegt dabei nicht vor; die Konkretion vermerkt ausdrücklich `is_diglossic: false`.

Politisch und identitär besonders sensibel — und vom Reviewer-Pool gesondert zu behandeln — ist das Verhältnis von Urdu und Hindi. Beide sind umgangssprachlich nahezu dieselbe gesprochene Sprache (Hindustani) mit derselben Grammatik; getrennt sind sie vor allem durch die Schrift (Nastaliq gegenüber Devanagari) und durch das formelle Lehnvokabular (Persisch/Arabisch gegenüber Sanskrit). Die Aufgabe ist, diese gemeinsame gesprochene Basis fachlich sichtbar zu machen, ohne eine der beiden Identitäten zu übergehen — die Konkretion verlangt hier ausdrücklich eine sachliche Darstellung ohne politische Wertung. Ebenfalls kulturell aufgeladen sind die Höflichkeitsstufen selbst: Die falsche Stufe gilt als unhöflich, weshalb sie klar didaktisiert werden müssen (für Lernende ist آپ als respektvoller Default vorgesehen). Für den DE-Kontext kommt die große südasiatische Diaspora hinzu, deren Herkunft (u. a. Pakistan und Indien) vielfältig ist. Konkrete Einordnungen und Tabu-Vokabular: `[WORKSHOP]`

Wie diese Sprache gelernt wird

Didaktische Schwerpunkte — wie Lesen und Schreiben in dieser Sprache vermittelt werden.

Didaktische Prioritäten

  • Kern-Lerngegenstände: Anrede-Register mit Verbkongruenz (تو/تم/آپ); `ne`-Ergativ im Perfektiv (Agens + نے, Verb ↔ Objekt); Kausativketten; Obliquus vor Postposition; Nastaliq-Schrift mit retroflexen und aspirierten Buchstaben.
  • Chunks/Mehrwort-Bausteine: Funktionsverbgefüge als Chunk statt Einzelwort-Analyse, z. B. انتظار کرنا (intazār karnā, „warten“).
  • Beobachtete Fehlermuster (Tracking-Ziele): in der Konkretion als trackbare Fehlermuster und morphologische Regeln vermerkt — „falsches Register“, „`ne` vergessen“, „Verb-Kongruenz im Perfektiv falsch“ sowie `ergative_perfective`, `honorific_agreement`, `causative_chain`, `oblique_before_postposition`.
  • Audio-Priorität: Audio ist Primärmedium; Metadaten erfassen u. a. Sprecher-Varietät, Alter und Geschlecht.
  • Aggregationsebene des Lernstands: Lemma (`aggregation_unit: lemma`), nicht die Einzelform; Spaced-Repetition über SM-2 (Default) bzw. Leitner.
  • Inklusionsaspekte, weitere Übungsmodi: `[LÜCKE]` / `[WORKSHOP]`

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Steckbrief

ISO 639-3
urd
BCP 47
ur-Arab
Schrift
Arab
Schreibrichtung
rechts nach links
Modalität
Laut-/Schriftsprache

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